Vor ihrem Durchbruch als DJ und Produzentin war Tanja La Croix ein international gefragtes Model aus der Ostschweiz. Sie legt weltweit in den besten Clubs und an den hochkarätigsten Veranstaltungen auf. Sie war unter anderem Botschafterin der Zürcher Street Parade (2010) und wurde 2015 vom Magazin «Maxim» zur erfolgreichsten und sexiesten Frau Deutschlands, der Schweiz und Österreich gekürt. 2011 erhielt sie den «Swiss Nightlife Award» in der Kategorie Best House DJ. In der Corona-Zeit hat auch sie weniger Events als geplant bespielt, da die Event- und Unterhaltungsbranche besonders stark betroffen ist. Wir haben uns mit Tanja La Croix verabredet und folgendes Interview realisiert.
«trends & style»: Bald schauen wir auf ein Jahr Corona-Krise zurück. Du bewegst dich in einer äusserst stark betroffenen Branche. Wie geht es dir zurzeit?
Tanja La Croix: Dieses Jahr hatte ich grosse Event-Projekte geplant und mein Terminkalender mit Buchungen auf der ganzen Welt war äusserst gut gefüllt. Events auf Mykonos, Mallorca, Marbella, Italien und an der Formel 1. Auch Auftritte in Winterdestinationen wie Gstaad, Zermatt, Kitzbühel, St.Moritz oder Verbier hätten nicht gefehlt.
Mit Liveauftritten konnte ich dieses Jahr leider nicht überzeugen. Dennoch war es mir ein Anliegen, meine Fans mit meiner Live-Stream über Blick.ch, meine eigenen Sozialen Netzwerke oder über die Plattform Twitch zu beglücken. Viele DJs haben von zu Hause aus gestreamt. Ich wollte dem Live-Streaming meine ganz eigene Note verleihen und habe kurzerhand mein DJ-Set-up an den wohl schönsten Orten der Schweiz aufgebaut und von dort live in die Wohnungen meiner Fans gestreamt.
Das war mit sehr viel Aufwand verbunden, aber es hat mir am Herzen gelegen, dass die Umgebungs-Atmosphäre meine Musik noch visuell unterstreicht.
Wir haben aus dem wunderschönen Vitznau auf der Terrasse des Hotels Vitznauerhof oder direkt am See beim Sonnenuntergang und auch auf dem Personenschiff «Seebär 2» Liveübertragungen umgesetzt.
In Zeiten wie diesen sollte man erfinderisch sein und innovativ bleiben. Ich habe mehr gearbeitet als in den Monaten vor Corona. Ich habe viel Inhalt produziert, an meiner neuen Single getüftelt, spannende Projekte ins Leben gerufen und mich meiner Persönlichkeitsentwicklung gewidmet. Für mich war das Corona-Jahr eine sehr intensive und spannungsreiche Zeit.
Wie hast du den Lockdown genutzt?
Äusserst kreativ und inspirierend. Der Lockdown hat mich zurück zum Malen gebracht. Ab meinem elften Lebensjahr habe ich mich immer künstlerisch ausgelebt.
Während des Lockdowns und der etwas ruhigeren Zeit habe ich die Chance genutzt, mich der Kunst wieder vermehrt zu widmen. Das hat mir den nötigen Halt und die Balance zu der schwierigen, fast schon surrealen Phase gegeben. Auch habe ich mir viel Zeit fürs Wandern, Kochen und für meine Familie genommen. Via Live-Streaming habe ich den Kontakt zu meiner Community aufrechterhalten, um das Handwerk weiterhin zu praktizieren.
Welche Art von Musik, ausser House, hörst du noch so privat?
Zu Hause, beim Arbeiten oder Kochen höre ich sehr gerne instrumentale Jazz-Musik oder Funk. Wenn ich mir ein Bad gönne, dann darf es auch mal Meditationsmusik sein. House-Musik höre ich eigentlich ausschliesslich beim Sport, wenn ich mich motivieren muss, oder beim Weggehen. House hat eine energieaufladende Wirkung auf mich.

Wie stellst du dir deinen zukünftigen Partner und deine Beziehung vor?
Ein Partner, der mich nimmt, wie ich bin und mit dem ich über alles sprechen kann. Und dass wir gemeinsam an Lebensträume und Visionen glauben und diese verwirklichen. Ein Mann, der mir Geborgenheit und Halt bietet. Ich wünsche mir eine liebevolle, respektvolle Beziehung, in welcher man sich gegenseitig unterstützt und den anderen doch sich selbst sein lässt.
Was war eigentlich dein schönstes berufliches Erlebnis, unabhängig von der Grösse des Ereignisses?
Die Tatsache, dass ich mein Hobby zu meiner Berufung machen durfte und ich diese Leidenschaft nun seit fast 17 Jahren ausüben darf, macht mich sehr glücklich. Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass ich überhaupt jemals mit DJing Geld verdienen würde, und jetzt arbeite ich mit hochkarätigen internationalen Marken und spiele in den gefragtesten Clubs dieser Welt. Ich fühle mich jedes Mal aufs Neue geehrt, wenn ich als DJ für Events gebucht werde, und bin für jede Veranstaltung sehr dankbar und wertschätze es sehr, dass die Kunden mir das Vertrauen schenken. Es erfüllt mich, dass ich mit meinem Beruf die Welt und die verschiedensten Kulturen erforschen und ich sie mit meiner Musik beglücken kann. Dass ist das Schönste an meinem Beruf.
Wen würdest du als den zurzeit besten DJ der Welt bezeichnen?
Ich denke Nummer-eins-DJ der Welt ist nach wie vor David Guetta. Mein Lieblings-DJ ist Black Coffee. Seine Musik ist sinnlich, energetisch und warmherzig. Seine Beats lassen einen zum Träumen verleiten und hellen das Gemüt auf.
Welchem berühmten Menschen möchtest du einmal ganz persönlich begegnen, um mit ihm in Ruhe zu plaudern oder gar etwas mehr zu unternehmen?
Roger Federer.

Wie steht es mit Sport? Welche Sportarten sagen dir zu?
Ich mache regelmässig Yoga und gehe ins Fitnesscenter für ein Muskelaufbau- Training. Wenn die Wetterkonditionen gut sind, bin ich am liebsten draussen. Schwimmen im See, Stand Up Paddling, Wandern in den Schweizer Bergen oder einfach zu einem längeren Spaziergang raus in den Wald. In der Natur kann ich am besten loslassen und Ruhe finden.
Viele verbinden Deinen Namen mit DJ Antoine. Woher kommt das eigentlich?
Als ich 16 Jahre alt war, habe ich meine Liebe zur House Music entdeckt. DJ Antoine habe ich oft an seinen Auftritten besucht. Es hat mich total fasziniert, wie er mit seinem Entertainment, seiner Musik und dem technischen Know-how das Partyvolk in seinen Bann gezogen hat. Ich wollte für mich herausfinden, was hinter der Faszination steckt. Von meinem Ersparten habe ich mir im 2003 dann zwei Plattenspieler und einen Zwei-Kanal-Mixer geleistet. Ich war von der ersten Sekunde an hin und weg und habe über Monate bis zu acht Stunden täglich geübt und experimentiert. Antoine Konrad war am Anfang meiner Karriere mein Mentor und ist mir mit Rat, Informationen und Orientierung zur Verfügung gestanden.
Als ehemalige Miss Bodensee waren die Weichen für eine erfolgreiche Karriere als Model gestellt. Was hat dich damals bewogen, die Branche zu wechseln?
Mein Traumberuf war immer das Modeln. Schon mit 13 Jahren besuchte ich regelmässig Modenschauen und die Arbeit eines Models faszinierte mich. Ich habe 15 Jahre hauptberuflich als international gefragtes Mannequin gearbeitet. Ich war sehr engagiert und bin von Mailand über Paris bis nach München und Athen gereist. Nach vielen Jahren Erfahrung in der Model-Branche habe ich mir mit dem Auflegen den nötigen Ausgleich geholt. Das Mischen von Platten hat mich auf Anhieb gefesselt und nach den ersten Auftritten in Clubs und Bars ist mir klar geworden, dass ich dieser neuen Leidenschaft mehr Aufmerksamkeit schenken will. Deswegen habe ich mich für den musikalischen Weg und für diese neue Herausforderung entschieden. Beide Jobs parallel zu machen, war schlichtweg unzumutbar, und eine zuverlässige und professionelle Arbeitsweise bei einer Doppelbelastung hätte ich nicht garantieren können.
Bitte ergänze folgende Fragen nur mit einem Wort oder einem kurzen Satz:
- Corona finde ich: Hat mir die Chance geboten, mich wieder neu zu entdecken.
- Innerschweiz: Wunderbare Berg- und Seenlandschaften, die zu atemberaubenden Wanderungen einladen. In der Region kann ich mich ausruhen, finde die Balance und kann neue Energie tanken.
- Familie: ist mir das Wichtigste. Ich besuche sie regelmässig.
- Mein Lieblings-DJ ist: Black Coffee
- Hip-Hop: Old School Hip-Hop war mein Ding. Die Wortwahl der zum Teil neuartigen Hip-Hop Songs ist mir schlichtweg zu vulgär.
- Schweizer: Pünktlich, zuverlässig und naturverbunden.
- Zürcher Nachtleben: Best ever!
- Street Parade: Das Ereignis des Jahres, welches ich seit mehr als 20 Jahren nicht verpasse.
- Schneesport oder Badeurlaub: Ein Tag am Berg bringt mir mehr Erholung als eine ganze Woche am Strand. Ich liebe Skifahren.
- Wein oder Bier?: Champagner ;o)!
- Dein grösster Wunsch für 2021: Corona Free Zone. Und beste gesamtheitliche Gesundheit für meine Familie, meine Liebsten und mich.
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