Es war ein Dienstag, als die lebensnotwendigen Maschinen im Limmattalspital abgestellt wurden und damit eine grosse Trauer und Leere auslöste.

Mit Bruno Bolliger, dem Gründer der Bolliger Treuhand AG in Dietikon, ist nicht irgendeine Persönlichkeit von uns gegangen, nein, es verabschiedete sich ein ganz besonderer Mensch aus dem irdischen Leben. Bruno Bolliger war ein ehrlicher, herzlicher, einfühlsamer, aber auch harter «Chrampfer», der das Herz am rechten Fleck hatte. Seine Bolliger Treuhand AG, Dietikon, gründete er gemeinsam mit seiner Gattin Erika bereits 1982. Das Unternehmen führt inzwischen ihr Sohn Stefan und die dritte Generation rückt mit Enkel David schon nach.

Dem Fussball war Bruno Bolliger auf Lebzeiten verbunden und als Stürmer hatte er in seiner Jugend manchen Verteidiger schwindlig gespielt. Am 1. Juli 1987 begann seine Verbandstätigkeit im Regionalvorstand als Finanzchef. Nach turbulenten Jahren ist es ihm relativ rasch gelungen, die Zahlen des FVRZ wieder in den schwarzen Bereich zu bringen.

Über 30 Jahre war er Finanzchef im Fussballverband Region Zürich. Ihm ist es zu verdanken, dass schon relativ früh die organisatorischen Abläufe vereinfacht wurden. Kein leichtes Unterfangen bei rund 25’000 Spielen pro Saison.

Viele Fussballtrainer werden ihm auch heute noch dankbar sein, dass sein Spesenabrechnungssystem angenommen wurde. Somit konnten die ehrenamtlichen Trainer wenigstens einen kleinen Obolus steuerfrei beziehen. Mit seiner FVRZ-Stiftung konnte er über 2,4 Millionen Franken für die Jugend generieren. Ein stolzer Betrag!

Es wäre aber zu einfach, ihn auf seine Fähigkeiten im Finanzbereich zu reduzieren. Seine ausserdienstlichen Zusammenkünfte und seine Geselligkeit waren legendär.

Bei den jährlichen Präsidentenkonferenzen kam er jeweils so richtig zum Zuge. Er war im Element. Seine Ausführungen waren so genial, dass einem ganz schwindlig wurde. Dann realisierte man, wie umfangreich die Verbandsfinanzen waren und wie geschickt Bruno Bolliger die Kasse führte. 2003 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft des FVRZ und 2011 diejenige der Amateur-Liga verliehen. Seit dem 21. Mai 2011 war er sogar in der Finanzkommission des SFV tätig.

Besonders stolz war er auf ein Treffen mit «Fussball-Gott» Pele, das auch bilddokumentarisch verewigt wurde. Das Poster hängt natürlich im Büro des Unternehmens.

Leider häuften sich in den letzten Jahren die gesundheitlichen Probleme und am 27. Oktober 2020 schloss er für immer die Augen.

Er wird in unseren Herzen und in unseren Gedanken immer präsent sein. Sein grosser Humor war legendär und seine spannenden Geschichten waren einmalig. Seinem Sohn Stefan und seinem Enkel David hat er mit dem bestens vernetzten Treuhandbüro die Zukunft geebnet.

Mag sein, dass Sie meinen Nachruf ein bisschen einseitig oder etwas Fussball-lastig empfinden – aber genau so ist dieser grossartige Mensch bei mir nachhaltig in Erinnerung.

Im Leben hielt es Bruno Bolliger wie mit dem berühmten Leitspruch von Johann Wolfgang von Goethe: «Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.»

Ein Grosser ist von uns gegangen. R. I. P. Bruno!