Der Wiener Neurobiologe und Autor Dr. Marcus Täuber lüftet in seinem neuen Buch «Gute Gefühle» faszinierende Fakten rund um die Welt positiver Emotionen. Mit Erkenntnissen der Hirnforschung zeigt er, wie gute Gefühle auf unsere psychische und physische Gesundheit Einfluss nehmen. Ehrfurcht zeigt dabei eine Besonderheit.
Gehirn und Körper sind eng miteinander verbunden. Unser emotionales Erleben hat Einfluss auf Muskelspannungen, Immunsystem und Hormonhaushalt. Während negative Gefühle in uns Stressreaktionen und katabole Effekte auslösen, haben gute Gefühle exakt die gegenteilige Wirkung. Sie stärken unsere mentale Gesundheit, reduzieren Schmerz und beeinflussen in positiver Weise den Verlauf chronischer Erkrankungen. In der Forschung erweist sich dabei eine positive Emotion als besonders stark, um Entzündungsfaktoren wie Interleukin-6 zu senken: die Ehrfurcht beziehungsweise das Staunen.
EHRFURCHT – EIN VÖLLIG UNTERSCHÄTZTES GEFÜHL
Studien wie am University College Berkeley in den USA zeigen, dass ein Gefühl von Ehrfurcht oder Staunen wie Medizin wirken kann. Diese Emotion reduziert sogenannte pro-inflammatorische Cytokine, also Moleküle, die unser Immunsystem zu starken Entzündungsreaktionen stimulieren. Während akute Entzündungsreaktionen den Heilungsprozess fördern, können sie langfristig Autoimmunerkrankungen oder Depressionen begünstigen. Für Neurobiologe Dr. Marcus Täuber, dessen neues Buch «Gute Gefühle. Nutze die emotionalen Stärken deines Gehirns» kürzlich im Goldegg Verlag Wien/Berlin erschienen ist, ein guter Grund, sich diesem völlig unterschätzten Gefühl zu widmen: «Wir wissen schon länger, dass das Erleben von Natur, die Beschäftigung mit Kunst oder eben auch Religion und Spiritualität eine gesundheitsfördernde Wirkung aufweisen. Ein Schlüsselaspekt scheint das gute Gefühl von Ehrfurcht und Staunen zu sein.
MEHR EHRFURCHT PRAKTIZIEREN – SO GEHT’S
Bei diesem Gefühl geht es darum, zu staunen und Grösse wahrzunehmen, sich überwältigt zu fühlen. Eine spektakuläre Naturkulisse beispielsweise kann dieses Gefühl fördern. Aber zum Beispiel auch Architektur und Kunst. Da es für Laien aber schwierig ist, die ganze Tragweite solcher Werke zu erkennen, kann hier eine Stadtführung oder ein geleiteter Gang durchs Museum helfen. Auch die Beschäftigung mit spirituellen Inhalten und den grossen Fragen des Lebens wie die nach dem Sinn unterstützen dieses Gefühl.

SELBSTLIEBE KANN ÖL INS FEUER DER PROBLEME GIESSEN
«Wenn das grosse Ganze entdecken, relativieren sich Alltagssorgen, das Ich löst sich förmlich auf», so Täuber, der in seinen Mentalcoachings die Wichtigkeit betont, nicht zu sehr im eigenen Selbst zu baden oder gar in Selbstliebe unterzutauchen. Gerade bei Ängsten, deprimierter Stimmung oder Perfektionismus ist die Selbstwahrnehmung im Fokus. «Meist verstärkt dieser zusätzliche Fokus auf uns noch die Problematik. Das ist, wie wenn man Öl ins Feuer giesst.» Der Neurobiologe empfiehlt neben Bewegung und ausgewogener Ernährung eben auch regelmässiges Staunen als Teil der gesundheitlichen Prävention.
GUTE GEFÜHLE VERÄNDERN ALLE BEREICHE UNSERES LEBENS
Marcus Täuber hat durch seine berufliche Auseinandersetzung mit psychologischer Beratung gelernt, wie viel Kraft in positiven Emotionen steckt. Mit seinem Buch möchte der Hirnforscher dazu einladen, die eigenen guten Gefühle zu entdecken, zu entwickeln und einzusetzen. Sie steigern die Lebenserwartung, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität. Das führt nicht nur zu mehr persönlichem Glück – emotional reife Menschen kommen auch in ihrem Umfeld besser an.
Über den Autor
Dr. Marcus Täuber ist promovierter Neurobiologe und Leiter des Instituts für mentale Erfolgsstrategien in Wien. Als Autor und Speaker bringt er die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung auf den Punkt.
Weitere Informationen:
ISBN: 978-3-99060-350-5 Preis: ab 22 Euro
https://ifmes.com
https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Täuber