Es nicht einfach, einen Magnesiummangel zu erkennen. Die Symptome sind sehr vielfältig. Muskeln, Gefässe, Herz, Nerven, Knochen, Nieren, die Verdauung, der weibliche Zyklus, die Psyche, der Schlaf und das Immunsystem brauchen Magnesium. Magnesiummangel steht auch im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen wie Alzheimer, Diabetes und Bluthochdruck.
WIE ÄUSSERT SICH EIN MAGNESIUMMANGEL?
Häufigstes Symptom sind die berühmten Wadenkrämpfe, die bei Magnesiummangel oft als Warnsymptom auftreten. Stress erhöht die Adrenalinausschüttung. Was allerdings die wenigsten wissen: Stresshormone wie Adrenalin senken den Magnesiumspiegel. So gerät man bei Dauerstress in einen Teufelskreis: Das «Anti-Stress-Mineral» Magnesium wird übermässig ausgeschieden und kann dem Stress nicht mehr gegensteuern.
Folgende Symptome können individuell in Zusammenhang mit einem Magnesiummangel auftreten:
- Wadenkrämpfe, Krämpfe in den Füssen, Krämpfe in den Augenlidern (Lidzucken)
- Psychische Symptome wie erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Benommenheit, Schwindel
- Angstgefühle
- Müdigkeit, Mattigkeit, Energielosigkeit, Schwäche
- erhöhtes Schlafbedürfnis oder Schlaflosigkeit
- Erschöpfung
- Kopfschmerzen und Migräne
- Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur
- Kreuz- und Rückenschmerzen
- Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) und Ohrensausen (Tinnitus)
- kalte Füsse und Hände
- Taubheitsgefühl in Beinen und Armen, Empfindungsstörungen wie Kribbeln
- Herzklopfen, Herzrasen, Herzstolpern (Herzrhythmusstörungen)
- Herzenge, Druck auf der Brust bis hin zu Angina pectoris (Brustschmerz als Verkrampfung der Herzkranzgefässe mit Luftnot)
- Magenkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit
- Verstopfung, auch im Wechsel mit Durchfall
- Störungen der Menstruation
- Bronchialkrämpfe mit Verstärkung von Asthma-Anfällen
- Verstärkung allergischer Symptome
- Bei schwangeren Frauen kann es zu erhöhter Gefahr vorzeitiger Wehen kommen
MAGNESIUMMANGEL – WIESO?
Zu den Risikogruppen zählen Jugendliche und junge Erwachsene sowie ältere Menschen, vor allem bei Diabetes (Zuckerkrankheit) oder wenn Entwässerungsmittel (Diuretika) eingenommen werden. Zudem müssen sich Schwangere und Stillende durch eine höhere Magnesiumzufuhr gegen Defizite wappnen. Leistungssport und schwere körperliche Arbeit, die mit starkem Schwitzen verbunden ist, führen ebenfalls zu erhöhtem Verbrauch. Sportler erreichen nachweislich eine bessere Leistungsfähigkeit, wenn sie vor Wettkämpfen Magnesium einnehmen.
MAGNESIUM IM ESSEN
Der Magnesiumbedarf wird über die Ernährung oftmals nicht ausreichend gedeckt. Hauptverantwortlich dafür sind unsere modernen Ernährungsgewohnheiten, die häufig einseitig und unausgewogen sind. Vor allem industriell verarbeitete Lebensmittel beziehungsweise Fertigprodukte haben einen sehr geringen Magnesiumgehalt. Werden dazu auch noch wenig Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt, kann dies einen Magnesiummangel begünstigen. Nahrungsmittel mit hohem Magnesiumgehalt sind: Sonnenblumenkerne, Mandeln, Walnüsse, Haferflocken, Reis, Weizenvollkornprodukte, Weizenbrot, Cornflakes, Käse, Milchjoghurt, Bohnen.
- Dr. med. Claudio Lorenzet
- clorenzet@bluewin.ch
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