von Flora Maurer

Das Jahr 2020 startete mit Auftritten beim Basketball-Finale in Montreux und mit Shows beim Skiweltcup in Adelboden ausgezeichnet. Die jeweilige Stimmung im Publikum war super. Entsprechend motiviert gingen wir ans Werk.

Danach liefen bei uns die Vorbereitungen für unser erstes eigenes Event Ende Februar 2020. Die «Eurodancers Dance Night», die in Zürich-Seefeld stattgefunden hat. Wir organisierten ein circa eineinhalbstündiges Show-Programm, flankiert von einer Tombola und anderen Highlights.

In der Event-Woche kamen dann die ersten Restriktionen bezüglich Corona und wir bangten darum, unser Event überhaupt durchführen zu dürfen. Exakt am Tag der Veranstaltung kam eine erste Beschränkung von 1000 Personen. Da wir maximal 200 Personen erwarteten, konnten wir glücklicherweise unseren Anlass gerade noch durchführen. Nach vielen Stunden Vorbereitungsarbeit waren wir überglücklich, einen erfolgreichen Abend mit zufriedenen Gästen über die Bühne gebracht zu haben. 

Danach kamen aber schwierige Monate, mit Online-Training und Motivation. Für alle Tänzerinnen war das nicht leicht. Geplant war ja, bereits im April 2020 an die Cheerleading WM in die USA zu fliegen. Flüge und Unterkunft waren gebucht und das ganze Team war hochmotiviert. Jetzt hiess es, zu Hause zu trainieren und fit zu bleiben.

Nach dem Lockdown konnten wir endlich wieder gemeinsam, unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen, trainieren. Alle waren happy, aber es war nicht einfach. Es war schwierig, Ziele zu definieren, da man nicht wusste, wie es weitergehen würde. Im Sommer 2021 machten wir einige Fotoshootings und Videos im wunderschönen Zürich. Da nicht so viel los war, war das super gut möglich. An Events und Sportveranstaltungen war aber noch lange nicht zu denken. Und wie wir alle wissen, mussten wir uns noch fast ein ganzes Jahr gedulden.

Wir trainierten hart, das Team bekam einige neue Mitglieder und schaute nach vorne. Eines der Ziele war es, ein Juniorenteam aufzubauen und an der Schweizer Meisterschaft im Mai 2021 teilzunehmen. Das alles stand aber, aufgrund der sich ständig ändernden Bestimmungen, auf sehr wackligen Beinen. Das Trainieren mit der Maske war auch nicht gerade motivierend. 

Im März 2021 folgte dann der erste Online-Wettkampf. Es war ein sehr eigenartiges Gefühl, lediglich vor einer Kamera zu tanzen, ohne Zuschauer und Feedback. Wir konnten es kaum erwarten, wieder vor Publikum zu performen. 

Auch die Tatsache, ein Video einzusenden und dann zwei Wochen auf das Ergebnis warten zu müssen, war schon sehr komisch. Aber die Motivation im Team blieb erhalten. 

Im Mai folgte dann die Schweizer Meisterschaft. Ohne Zuschauer, mit Maske und ohne Siegerehrung am selben Tag.

Unsere Teams der «Juniors» und «Seniors» gingen in 10 Kategorien an den Start. Jazz, Hiphop und Pom sowie im Team und km double. In so vielen Kategorien waren wir noch nie dabei. Da der Fokus auf den Wettkämpfen lag, war auch Zeit genug, um sich sehr gut vorzubereiten. Wir konnten alle Kategorien für uns entscheiden und waren sehr glücklich. 

Danach bekamen wir ein positives Feedback von der Swatch Major Tour in Gstaad. 10 Jahre hatten wir versucht, dort auftreten zu können. Endlich klappte es. Im Juli standen wir auf dem Centercourt. Nach fast eineinhalb Jahren endlich vor echtem Publikum. Dieses Feeling, die super Stimmung, es war einfach unbeschreiblich.

Es folgten noch weitere Auftritte bei verschiedensten Veranstaltungen. 

Lange waren wir am Überlegen, an den Online-Weltmeisterschaften teilzunehmen. Trotz grossem Aufwand und hohen Kosten, entschieden wir uns dafür. Schliesslich wollten wir der Welt zeigen, was wir in den letzten 18 Monaten so gemacht hatten. 

Wir versuchten eine Dreifach-Halle zu organisieren. In der Stadt Zürich ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zum Glück konnten wir durch einen Kontakt die Uni Irchel reservieren. Danach mussten ein Boden organisiert und die restlichen Rahmenbedingungen gestellt werden.

Nach turbulenten Vorbereitungen waren wir bereit, um an den Start zu gehen. Mittels einer Online-App mussten wir unsere Show live aufzeichnen. Diese Aufzeichnung wurde dann direkt den Judges zugestellt. Zwei Wochen mussten wir uns gedulden, bis dann die Ausstrahlung stattfand. Wir waren genauso nervös wie bei einem normalen Wettkampf. Unser Team strotzte vor Energie und wollte allen zeigen, warum man in den letzten Monaten so hart trainiert hatte. 

Gemeinsamt schauten wir unseren Mitbewerbern zu. An «normalen» Wettkämpfen erhält man die Ergebnisse sofort präsentiert. Nach zwei Wochen Warten, und dann noch die Shows der Gegner abwarten zu müssen, war es endlich so weit. Unsere Darbietung war in den «Top 10», und als wir vom 7. Platz erfuhren, waren wir überglücklich.

Es war eine super Erfahrung und wir können es kaum erwarten, wieder live in den USA auf der WM-Matte zu stehen. Ein motiviertes Live-Publikum ist mit nichts zu ersetzen. 

Wir alle hoffen, dass sich die Lage bald wieder normalisiert. Die Organisatoren von Gross-Events sind nach wie vor sehr zurückhaltend, was schade, aber auch verständlich ist. Wir freuen uns, bald wieder einmal vor einem grossen Publikum auf der Bühne stehen zu dürfen.

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